Eine Möglichkeit, dieses Problem zu vermeiden: Die Zahl der Bereiche verringern, die Bürgerbeteiligung überhaupt berührt. Alle Bereiche, die keinen zentralen Entscheidungen unterliegen, sind für Lobbyisten und Interessenverbände uninteressant - können sie doch hier nicht genügend Einfluss ausüben. Die Zahl der dezentralisierten Entscheider ist einfach zu hoch. Damit werden auch die Probleme vermieden, die ihr Einfluss mit sich bringt. In einem dezentralisierten Entscheidungssystem kann der Einzelne wählen, ob er seine eigenen Ressourcen behält oder tauscht. Dabei ist davon auszugehen, dass er nur dann etwas tauschen möchte, wenn der ihm angebotene Gegenwert in seinen Augen mindestens genau so hoch ist wie das Aufgegebene. Es kommt zur Preisbildung. Dabei ist es für den Aufgebenden vernünftig, einen möglichst hohen Gegenwert zu bekommen. Deshalb wird er sich für das Tauschangebot entscheiden, das dies sicherstellt. Insofern wird er seine Ressource demjenigen Tauschpartner zur Verfügung stellen, dem sie am meisten wert ist. Dieses System ist sicherlich gut bekannt.
Es betont in besonderer Weise gemeinsame Mitbestimmung und Austausch. Dieser Aspekt wird allerdings kaum diskutiert. Preise bilden sich durch öffentliche Kommunikation. Jeder ist frei, sich daran zu beteiligen - oder eben auch nicht. Eine Gesellschaft, die in weiten Teilen diesem System folgt, verwirklicht unmittelbare Volksherrschaft. In vollkommen dezentraler Form. Der Vorteil dabei ist das Wegfallen der Mittelsmänner, die als Lobbyisten oder Interessenverbände alle Formen gemeinsamer Entscheidung so sehr plagen können. Insofern besonders interessant: Mancher Verfechter der ‚Bürgerbeteiligung' ist gerade in deren Reihen zu finden.