"Nordkorea kennt kein Internet, keine Mobiltelefone, keine Globalisierung, keine Coca-Cola, keine Werbetafeln, keinen Konsumterror, keinen Individualismus, keinen Egoismus, keine Einwanderung, keine Auswanderung, keine Verbindung zur Außenwelt außer einer Handvoll Flügen und Zügen pro Woche. Es ist das letzte Land, das unerschütterlich an den Sozialismus glaubt und sein Volk flächendeckend mit Propaganda indoktriniert, mit Lebensmittelkarten alimentiert, mit einem Personenkult attackiert, bei dem selbst Stalin blass vor Neid werden würde. Es ist das einzige Land des Planeten, in dem man Karaoke zu Propagandafilmchen singt, Schmachtfetzen, unterlegt mit Soldaten auf dem Felde der Ehre und Bauern auf dem Felde der Kartoffel.
Nordkorea ist das eigentümlichste, befremdlichste, unfassbarste, spannendste Reiseland auf dieser Erde, ein Irrläufer der Geschichte, ein Kugelblitz aus der Alchimistenkammer der Ideologie, ein Land, das man für unmöglich hält, bis man es gesehen hat. Man muss es unbedingt gesehen haben."
Aus: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2008, Nr. 207, S. R1
Wir konnten für einen Bericht aus Absurdistan einen Referenten gewinnen: Er ist von Berlin auf eigene Faust mit dem Zug über die transsibirische Eisenbahn nach Nordkorea gefahren und weiß Unglaubliches vom letzten Land mit real existierendem Sozialismus zu berichten.