In wenigen Wochen beginnt im dänischen Kopenhagen die 15. Konferenz der Vertragstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen und das fünfte Treffen im Rahmen des Kyoto-Protokolls. Hier wollen sich die Vertragstaaten auf ein neues Regelwerk für den globalen Klimaschutz nach 2012 einigen. Zweifellos ist ein derartig ambitioniertes Projekt mit spürbaren ökonomischen, aber auch gesellschaftlichen Konsequenzen verbunden ist.
Obgleich die Protagonisten eines raschen Handelns in der Klimapolitik hinsichtlich der Wirksamkeit und der wirtschaftlichen Tragbarkeit einschneidender Klimaschutzmaßnahmen optimistisch sind, ist die Debatte um das Ausmaß und die Ursachen globaler Klimaveränderungen noch nicht verstummt. Auch über die Wahl der klimapolitischen Maßnahmen besteht unter internationalen Experten und Politikern keine Einigkeit.
Ohne hinreichende Erkenntnisse über den anthropogenen Einfluss auf Klimaveränderungen, die Erfolgsaussichten globaler Klimaschutzabkommen und die wirtschaftlichen Konsequenzen verschiedener Klimaschutzinstrumente sind drastische Klimaschutzmaßnahmen jedoch ein abenteuerliches Unterfangen. Erst recht, wenn berücksichtigt wird, dass viele der derzeit diskutierten oder bereits praktizierten Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen weder ökonomisch effizient noch wirksam gegen den Klimawandel sind. Die im Vorfeld des Kopenhagener Klimagipfels favorisierten klimapolitischen Maßnahmen weisen nicht darauf hin, dass aus dem bisherigen Dilemma zwischen naturwissenschaftlicher Unsicherheit und klimapolitischem Aktionismus die notwendigen Schlüsse gezogen wurden.
Demnach ist eine wissenschaftliche Debatte der naturwissenschaftlichen, ökonomischen und politischen Kontroverse jenseits des medien- und politikgerechten Mainstream nach wie vor dringend geboten. Daher soll den Gästen ein breites Spektrum an Information über den derzeitigen Stand der Klimaforschung aus natur- und gesellschaftswissenschaftlicher Perspektive und Gelegenheit zu angeregten Diskussionen gegeben werden.
In Kooperation mit dem Europäischen Institut für Klima und Energie (EIKE), Committee for a Constructive Tomorrow (CFACT), dem Haus der Zukunft, dem Liberalen Institut der Stiftung für die Freiheit und dem Bund Freiheit der Wissenschaft.
Die Vorträge werden simultan gedolmetscht: Englisch-Deutsch und Deutsch-Englisch
13:00 Uhr
Pressekonferenz
Prof. Dr. S. Fred Singer
NIPCC
Christopher Monckton, 3rd Viscount Monckton of Brenchley
Ort: Meliá Hotel
14.30 Uhr
Registration
15:00 Uhr
Begrüßung
Dr. Holger Thuss
Europäisches Institut für Klima und Energie (EIKE)
Wolfgang Müller
Institut für Unternehmerische Freiheit (IUF)
Prof. Dr. S. Fred Singer
NIPCC
15:30 Uhr
Vorträge
Wie wissenschaftlich ist das IPCC? Bericht aus dem NIPCC
Prof. Dr. S. Fred Singer
NIPCC
Climate Change and Science
Christopher Monckton, 3rd Viscount Monckton of Brenchley
Ist Klimaschutz in der heutigen Form sinnvoll?
Prof. em. Dr. Horst-Joachim Lüdecke
HTW des Saarlandes
Gletscher als Klimazeugen
Prof. Gernot Patzelt
Universität Innsbruck
Ways to see that sensitivity is low
Dr. Lubos Motl
Physiker und Wissenschaftspublizist
Die klimatische Rolle der Sonne und der kosmischen Strahlung
Prof. Henrik Svensmark
Centre for Sun-Climate Research des Danish National Space Center
Anstieg des Meeresspiegels: Messergebnisse vs. Modelle
Prof. em. Nils Axel Mörner
Fakultät für Paleogeophysik und Geodynamik an der Universität Stockholm
18:15 Uhr
Pause
18:45 Uhr
Russia and Climate Change: Science vs.Policies
Dr. Jewgeni Volk
The Heritage Foundation Moscow Office
Die EU als klimapolitischer Gestalter
Prof. Dr. Markus C. Kerber
Technischen Universität Berlin
(An die Stelle der ursprünglich vorgesehenen panel session: "Current Global Climate Change Policy's Impact on Science, Economics and Prosperity", treten die Vorträge von Prof. Kerber und Dr. Jewgeni)
20:00 Uhr
Fragen & Diskussion
21:00 Uhr
Ende der Konferenz - Buffet, Gespräche in kleiner Runde
22:00 Uhr
Informelles Abschlusstreffen
Ort: Bar "meliá tapas"
24:00 Uhr
Meet the Night Owls - Klimawandel nach Mitternacht
Ort: Berlin Mitte
Die Vorträge werden simultan gedolmetscht: Englisch-Deutsch und Deutsch-Englisch
Prof. S. Fred Singer ist Physiker und Klima Wissenschaftler. Singer ist ehemaliger Chef des US Weather Satellite Service, ehemaliger IPCC reviewer, Autor von: "Hot Talk Cold Science" und des Bestsellers "Unstoppable Global Warming--Every 1500 Years", University of Virginia
Er gilt als einer der meist-respektierten und am häufigsten veröffentlichten Klimaexperten. Er ist distinguished research professor an der George Mason University und Prof. emeritus of environmental science der University of Virginia. Er leitete die NGO Science and Environmental Policy Project, die er 1990 gegründet hat.
Lord Christopher Monckton ist Chefberater des Science and Public Policy Institute.
Monckton war viele Jahre Politikberater der britischen Premierministerin Margaret Thatcher. In dieser Funktion umfasste sein Themengebiet auch weite Teile ausserhalb der Naturwissenschaften. Er ist seit 1992 Direktor seines eigenen Beratungsunternehmens. Seit einigen Jahren engagiert sich Monckton sehr stark für mehr Wissenschaftlichkeit beim Thema der globalen Klimaerwärmung. 2007 veröffentlichte er eine Analyse und Zusammenfassung des vierten IPCC Berichts.
Dr. Henrik Svensmark ist Direktor Direktor des Centre for Sun-Climate Research des Danish National Space Center (DNSC). Er war 1988 bis 1993 an der University of California, Berkeley, am Nordic Institute of Theoretical Physics und am Niels-Bohr-Institut tätig, anschließend arbeitete er am Dänischen Meteorologischen Institut. Svensmark wurde zusammen mit Eigil Friis-Christensen 1997 durch ihre Arbeiten zu einem Zusammenhang zwischen Kosmischer Strahlung und Klimawandel bekannt, sie stellten dies als Kosmoklimatologie vor. Svensmark untersuchte den Zusammenhang zwischen Kosmischen Strahlen und Wolkenbildung in der unteren Atmosphäre sowie zwischen Sonnenaktivität und Kosmischer Strahlung. In beiden Fällen sieht er teilweise überlappende Zusammenhänge fest. Im Falle der Sonnenflecken war dies bereits früher vermutet worden, so bereits von Wilhelm Herschel anhand des Maunderminimums und deren Parallelität zur Kleinen Eiszeit im 17. Jahrhundert.
Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke, Jahrgang 1943, ist Diplomphysiker und war in der kernphysikalischen Forschung tätig. Nach mehrjähriger Industrietätigkeit, dort mit der Erstellung numerischer Computer-Modelle für Chemie-Anlagen und für Strömungsvorgänge in Pipelines und Versorgungsrohrnetzen befasst und Autor zahlreicher Fachveröffentlichungen, wurde er Professor für Informatik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes. Er ist (zs. mit Prof. Horlacher, Univ. Dresden) Autor des deutschsprachigen Standardwerks "Strömungsberechnung für Rohrsysteme, expert-Verlag" und hat das Buch "CO2 und Klimaschutz, Bouvier-Verlag" verfasst. Als Mitglied von EIKE übt er die Funktion des Pressesprechers für den Bereich Wissenschaft und Technik aus.
Dr. Lubos Motl ist ein tschechischer Physiker und Wissenschaftspublizist mit mehrjähriger Forschungserfahrung im Bereich der theoretischen Physik (Stringtheorie, Quantenfeldtheorie) an der Harvard University. Er ist Co-Autor eines Lehrbuchs zur linearen Algebra, übersetzte Brian Greens Wissenschaftsbestseller "Das elegante Universum" ins Tschechische und hat weitere wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Aufsätze veröffentlicht. Daneben beschäftigt er sich mit der Analyse der Klimasensitivität der Konzentrationsveränderung von Treibhausgasen und anderen Fragen der wissenschaftlichen Analyse des anthropogenen Treibhauseffekts. International bekannt wurde er vor allem durch seinen Wissenschaftsblog "The Reference Frame" auf dem er aktuelle Diskussionen der theoretischen Physik und des Klimawandels, aber auch allgemeine tagespolitische Themen aufgreift. Er ist beitragender Autor des NIPCC-Reports "Die Natur, nicht menschliche Aktivität bestimmt das Klima" und tritt in seiner tschechischen Heimat als kritischer Kommentator der Klimapolitik in Zeitschriften und in Fernsehsendungen auf.
Prof. Nils-Axel Mörner ist ein schwedischer Ozeanograph. War Direktor für Paläogeophysik & Geodynamik an der Universität Stockholm. 1981-1989 war er Präsident der Neotektonik-Kommisson der INQUA (International Union for Quaternary Research) und von 1999-2003 Präsident der INQUA-Kommission zur Meeresspiegelveränderung und Küstenentwicklung. 1997-2003 stand er dem INTAS (International Association for the promotion of cooperation with scientists from the New Independent States of the former Soviet Union) Projekt über Geomagnetismus und Klima vor. Prof- Emeritus Nils-Axel Mörner leitet seit 2005 sein unabhängiges
Forschungsinstitut für Palegeophysik und Geodynamik, in Torekov in Süd Schweden.
Der Russe Dr. Jewgeni Volk ist Experte für internationale Beziehungen sowie Wirtschaftspolitik und leitet seit 1994 das russische Büro der Heritage Foundation. In dieser Funktion versucht er Bürgerrechtlern in ihrem Kampf gegen den Rückfall Russlands in einen totalitären Staat zu unterstützen. Jewgeni Volk war stellvertretender Leiter des Russischen Instituts für strategische Studien, Berater des Föderationsrats der Russischen Föderation und arbeitete im russischen Außenministerium. Er hat im Bereich der internationalen Wirtschaftsgeschichte am Moskauer Institut für globale Wirtschaft und internationale Beziehungen promiviert und hat einen Abschluß der Staatlichen Universität für internationale Beziehungen in Moskau.
Dr. jur. Markus C. Kerber ist Professor für öffentliche Finanzwirtschaft und Wirtschaftspolitik an der Technischen Universität und hat einen Lehrauftrag am Institut d'Études Politiques in Paris im Bereich der Verteidigungsökonomik. Er ist Experte für Europäisches Wirtschaftsrecht, Wettbewerbspolitik und europäische Finanzwirtschaft. Im Bereich der Klima- und Umweltpolitik hat er sich vor allem mit den Wettbewerbswirkungen der europäischen Klimapolitik beschäftigt.
Dr. Gernot Patzelt hat nach Abschluss des Studiums in den Fächern Geographie und Meteorologie an der Universität Innsbruck die Leitung des Institutes für Hochgebirgsforschung mit der Alpinen Forschungsstelle Obergurgl übernommen und dieses bis zu seiner Pensionierung (2004) geleitet. Das ermöglichte eine über 40 Jahre nicht unterbrochene Forschungstätigkeit mit Schwerpunkten auf den Gebieten der Gletscher- und Klimaforschung unter besonderer Aufmerksamkeit der Geländebefundung. Umfangreiche Forschungsexpeditionen in den Himalaya, Großen Pamir, Mt. Kenya und in die Antarktis ergaben Vergleichsgrundlagen zu den alpinen Verhältnissen, auf denen das Hauptaugenmerk liegt, und damit ihre globale Bedeutung erkennen lassen.
Die Teilnehmerplätze sind begrenzt und werden nach Eingang der Anmeldung vergeben.
Anmeldung mit vollständigem Namen an:
Institut für Unternehmerische Freiheit
Email: info@iuf-berlin.org
Fax: 030 6920 80039
Post: Stubenrauchstr. 10
12161 Berlin